KinderphysiotherapieKinderphysiotherapie

Es gibt in der Physiotherapie zahlreiche Therapiekonzepte zur Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit neurologischen oder motorischen Auffälligkeiten. Dazu zählen:

Sensorische Integration

Diese Therapie wurde in den 1970er Jahren von der amerikanischen Entwicklungspsychologin A. Jean Ayres (1920 - 1989) entwickelt. Sie soll Kindern mit sensorischen Verarbeitungsproblemen (möglicherweise auch solchen mit ADHS / ASD) helfen, mit ihren Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Sinneseindrücken umzugehen. Die Therapiesitzungen sind spielorientiert und können die Verwendung von Geräten wie Schaukeln, Trampolinen und Rutschen beinhalten.

Die sensorische Integration verwendet auch Anwendungen wie tiefen Druck, Bürsten, beschwerte Westen und Schaukeln. Diese Therapien scheinen manchmal in der Lage zu sein, ein ängstliches Kind zu beruhigen. Darüber hinaus wird angenommen, dass die Toleranzschwelle eines Kindes für sensorisch reichhaltige Umgebungen erhöht, Übergänge weniger störend macht und positive Verhaltensweisen verstärkt.

Konduktive Förderung nach Pető

Das Fördersystem, wurde von dem ungarischen Arzt András Pető (1893 - 1967) ursprünglich für Kinder und Jugendliche mit cerebralen Bewegungsstörungen und Erwachsene mit Parkinson-Syndrom oder nach Apoplex, entwickelt.

Die konduktive Förderung macht sich die Tatsache zunutze, dass ein intaktes Gehirn in die Lage versetzt werden kann, neue Wege zu finden, um Schädigungen zu kompensieren. Petö erklärte, dass zur Koordination, deren sichtbares Zeichen die Bewegung ist, ein indirekter Weg über die Wahrnehmung führt.

Nicht die Fehler sollen korrigiert, sondern das Fehlende erlernt werden.

Um die Persönlichkeitsentfaltung voranzutreiben, wird nicht "die Bewegungsbe-hinderung behandelt", sondern es wird versucht, die zugrundeliegende Lernstörung mit besonderen Fördermaßnahmen zu überwinden. Das Kind wird nicht als unfähig angesehen, sondern man geht davon aus, dass es bisher noch keine Lernerfahrungen machen konnte.

Jedes Kind hat Entwicklungsmöglichkeiten, das ist die Devise der konduktiven Pädagogik. Man sucht nach den Fähigkeiten des Kindes. Die konduktive Pädagogik ist eine Lebenseinstellung, die versucht, das Kind ganzheitlich, also gleichermaßen motorisch, kognitiv, emotional und sozial in Alltags- und Sinnzusammenhängen zu fördern.

Halliwick

Das Halliwick-Konzept wurde ursprünglich von dem Strömungsmechanik-Ingenieur James McMillan in den späten 1940er und 1950er Jahren an der "Halliwick School for Girls with Disabilities" in London entwickelt, um körperlich behinderten Menschen Unabhängigkeit im Wasser zu vermitteln. Basierend auf der Strömungsmechanik entwickelte McMillan pädagogische und therapeutische Ansätze zur Verbesserung des Gleichgewichtssinns (Equilibriozeption) und der Kernstabilität.

Nach dem Halliwick-Konzept bilden die physikalischen Eigenschaften des Wassers die Grundlage für therapeutische Interventionen:

Der erste Teil des Konzepts, das Halliwick-Zehn-Punkte-Programm, beinhaltet diese biophysikalischen Prinzipien und konzentriert sich auf die mentale Anpassung, die Loslösung und die Entwicklung der motorischen Kontrolle, mit einem Schwerpunkt auf der Rotationskontrolle, und wird angewandt, um die Teilnahme an Wasseraktivitäten, das selbstständige Bewegen im Wasser und das Schwimmen zu lehren. McMillan betonte Partizipation und Unabhängigkeit: die Bereitschaft, das Gleichgewicht zu verlieren und zu wissen, wie man wieder aufsteht.

Der zweite Teil des Konzepts, die Halliwick Aquatic Therapy (auch bekannt als Water Specific Therapy, WST), wendet die grundlegenden biophysikalischen Prinzipien und die zugrundeliegenden Prinzipien des Zehn-Punkte-Programms für die Planung und Durchführung einer patientenspezifischen Wassertherapie an.

Hippotherapie

Seit 1985 besteht die Gliederung des Oberbegriffes Therapeutisches Reiten:

Hippotherapie ist eine neurophysiologische Bahnungstechnik mit Hilfe des Pferdes, speziell mit den dreidimensionalen Schwingungsimpulsen der Gangart Schritt. Auf Grund von zentralen neurologischen Störungen sind die Patienten mehr oder weniger gehfähig bis gehunfähig. Das noch bestehende Gangbild ist deutlich in Tempo, Rhythmus, Schrittlänge, Spurbreite und durch den Gebrauch von Hilfsmitteln verändert. Asymmetrien im gesamten Bewegungsverhalten sind die Folgen. Die Bewegungen des Pferderückens im Schritt bieten eben diesen gleichmäßigen Rhythmus in Verbindung mit therapeutisch nutzbaren Tempounterschieden und Gleichgewichtsanforderungen.

In keiner Therapiemethode gibt es einen ähnlichen Stimulus für den Vorwärtstransport des Rumpfes. Becken, Schultergürtel, Kopf werden mit einbezogen. Über den Schlüsselpunkt Becken werden beim Patienten Rumpfaktivitäten wie Halte- und Gleichgewichtsreaktionen initiiert – wie sie im normalen Gehen automatisch ablaufen. Die überaus komplexen Aktivitäten werden – und das ist das Konzept der Behandlung – subkortikal, also unbewußt, automatisch gebahnt und verselbständigt. Taktile Stimuli und Aufforderungen vom Therapeuten unterstützen lediglich den Vorgang. Der Schritt des Pferdes wird den Bedürfnissen des Patienten angepaßt.

Ziele: