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Grundsätzlich muß bei einer physiotherapeutischen Behandlung die Interaktion mit dem zu behandelnden Kind auf der Wahrnehmung innerhalb seiner Ganzheitlichkeit gestaltet werden, sie basiert auf empathischen Umgang, Geduld und Ruhe. Das Kind muß an erster Stelle spüren, daß der Therapeut oder die Therapeutin auf seiner Seite ist. Vermittlung von Erfolgserlebnissen des Kindes sollen nicht durch therapeutischen Erfolgsdruck. Nur aufmerksamer und kontrollierter Umgang mit Reizen und deren effiziente Dosierung und Frequenz dienen dem therapeutischen (Lern-) Prozeß ! Vertrautheit mit dem Typischen der spezifischen Störung, die Kenntnis über das soziale Umfeld, die Elternposition(en) in ihrer Erwartungshaltung, Ängsten, Schuldgefühlen, Kontroversen und die Informiertheit über weitere Therapien oder Förderung des Kindes sind unverzichtbar. Interdisziplinäre Kooperation mit anderen Fachpersonen seien unbedingt empfohlen. |
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Bobath- Konzept Berta Bobath (t 1991) |
Bertha und Karel Bobath entwickelten, basierend auf den damaligen neurophysiologischen Erkenntnissen über tonische Hirnstammreflexe, Stellreaktionen, Gleichgewichtsreaktionen ihr Therapiekonzept zur Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit neurologischen Auffälligkeiten.
Im Mittelpunkt des Behandlungskonzeptes standen bisher die Begriffe Fazilitation und Inhibition, die, entsprechend neuerer neurophysiologischer Erkenntnisse über die Plastizität des Gehirns zu ersetzen waren. Die Gemeinsame Konferenz der Bobath-Therapeuten (G.K.B. e.V) formulierte 1997 in Augsburg folgende Leitidee zur Behandlung: "Therapeutische Maßnahmen zur Unterstützung der Eigenregulierung von Haltung und Bewegung" Diese Hilfen ermöglichen, dass das Kind seine Fähigkeiten und Kompetenzen entdecken, benutzen und weiterentwickeln kann, um sich mit seiner gegenständlichen Umwelt auseinandersetzen zu können und soziale Interaktion zu erfahren. In der Therapie werden Bedingungen so gestaltet, dass das Kind seine Intention umsetzen und seine individuelle Lösung zur Zielumsetzung finden kann. Mit diesem Lösungsweg werden gleichzeitig der Tonus und die Haltungskontrolle seinen individuellen Möglichkeiten entsprechend angepasst. Das Bobath-Konzept unterliegt einem Wandel: Die heutigen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Neurophysiologie bedeuten einen Abschied vom genetisch- deterministischen Entwicklungskonzept der 50er Jahre. Seit über dreißig Jahren ist bekannt, daß die Entwicklung immer ein interaktiver Prozeß des Organismus im System seiner personellen und gegenständlichen Umwelt ist. Therapeutisch bedeutet das eine Hinwendung zu systemischen Ansätzen und letztlich Unterstützung der Eigenregulation des Organismus. Auch kognitive Vorgänge werden miteinbezogen. Fazilitiert wird im Hinblick auf eine vom Kind aus intendierte oder begonnene Aktivität durch Anfassen/Körpereinsatz seitens des Therapeuten. Wenn Intention nicht zu erkennen ist, soll über das Herausfinden des Kommunikationsweges des Kindes eine Interaktion erreicht werden. |
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Castillo Morales - Konzept Neuromotorische Entwicklungstherapie ............Orofaziale Regulationstherapie Das Konzept, bestehend aus der »Neuromotorischen Entwicklungstherapie und der »Orofazialen Regulationstherapie«, wurde von Dr. Castillo Morales, Rehabilitationsarzt und Leiter eines Rehabilitationszentrums in Cordoba/Argentinien, entwickelt. Neuromotorische Entwicklungstherapie Unter der »Neuromotorischen Entwicklungstherapie« wird ein Behandlungskonzept für hypotone Kinder verstanden, wie z. B. Morbus Down, andere Hypotoniesyndrome, Meningomyelocelen, einfache motorische Retardierungen und periphere Paresen. Über bestimmte Stimulationszonen des Körpers werden zusammengehörende Muskelketten aktiviert, die Aufrichtung gegen die Schwerkraft, Stützfunktion, Gewichtsverlagerungen und das Gleichgewicht verbessert und funktionelle Bewegungsabläufe innerhalb verschiedener Etappen der normalen sensomotorischen Entwicklung differenziert und stablilisiert. Durch Wiederholung lernt das Kind diese Bewegungsabläufe allein durchzuführen und für seine alltäglichen Bedürfnisse zu nutzen. Orofaziale Regulationstherapie Die »Orofaziale Regulationstherapie« wird angewandt bei Kindern und Erwachsenen mit sensomotorischen Störungen im Bereich des Gesichts sowie des Mundes und Rachens und ist besonders für die Behandlung von Saug-, Schluck-, Kau- und Sprechstörungen geeignet. Der Anwendungsbereich ist sehr breit gefächert, ausgehend von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Morbus Down, anderen kongenitalen Pathologien mit mundmotorischen Störungen (z.B. Moebius-, Pierre-Robin-Syndrom), Zerebralparesen, Hirntraumen, Fazialisparesen bis hin zu einfachen Artikulationsstörungen.Die Behandlung dient der Vorbereitung der Muskulatur für die Funktionen des Essens, Trinkens und Sprechens. Durch die Stimulation bestimmter Bereiche am orofazialen Komplex werden die sensomotorischen Bewegungsabläufe der mimischen Muskulatur sowie der Zungen-, Kau- und Schluckmuskulatur verbessert und die Atmung positiv beeinflußt. Zur Unterstützung der Therapie ist in einigen Fällen eine individuell vom Kieferorthopäden angefertigte Gaumenplatte hilfreich, die die gleichen Ziele verfolgt wie die Übungsbehandlung und die erwünschten Funktionen zusätzlich fördert und erhält. |
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Konduktive Pädagogik nach Andras Petö Dr. Petös Leitgedanke war, dass es sich bei Cerebralschädigungen nicht um eine Krankheit, sondern eine globale Lernstörung handelt, die neben der Motorik die gesamte Persönlichkeitsentwicklung negativ beeinträchtigt. Die konduktive Förderung macht sich die Tatsache zunutze, dass ein intaktes Gehirn in die Lage versetzt werden kann, neue Wege zu finden, um Schädigungen zu kompensieren. Petö erklärte, dass zur Koordination, deren sichtbares Zeichen die Bewegung ist, ein indirekter Weg über die Wahrnehmung führt. Nicht die Fehler sollen korrigiert, sondern das Fehlende erlernt werden. Um die Persönlichkeitsentfaltung voranzutreiben, wird nicht "die Bewegungsbe-hinderung behandelt", sondern es wird versucht, die zugrundeliegende Lernstörung mit besonderen Fördermaßnahmen zu überwinden. Das Kind wird nicht als unfähig angesehen, sondern man geht davon aus, dass es bisher noch keine Lernerfahrungen machen konnte. Jedes Kind hat Entwicklungs-möglichkeiten, das ist die Devise der konduktiven Pädagogik. Man sucht nach den Fähigkeiten des Kindes. Die konduktive Pädagogik ist eine Lebenseinstellung, die versucht, das Kind ganzheitlich, also gleichermaßen motorisch, kognitiv, emotional und sozial in Alltags- und Sinnzusammenhängen zu fördern. |
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McMillan Schwimmtherapie (Halliwick - Methode) James McMillan begann 1949 an der Halliwick- School, eine Schule für körperbehinderte Kinder, mit seinem Projekt. Die Halliwickmethode setzt sich grundlegend mit dem Element Wasser in Bezug auf den menschlichen Körper auseinander. Sie nutzt das Spiel zwischen Schwere des Körpers und Auftrieb des Wassers. Es wird eine natürliche Körperbalance mittels Ausgleichsbewegung und Atmung im Wasser angestrebt. Der Patient lernt, sich ohne Schwimmhilfen leicht auf und unter Wasser zu bewegen und das Element Wasser auf natürliche Weise zu erfahren. Wasserturbulenzen werden gezielt als Bewegungs- bzw. Fortbewegungsstimulation erzeugt. Alle Bewegungsmöglichkeiten von Gelenken und Rumpf, besonders auch die Rotation um die Körperlängsachse, werden genutzt. Die methode unterliegt einer hierarchischen Gliederung, die in einem 10- Punkte-Programm gegliedert ist:
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Hippotherapie (therapeutisches Reiten) Seit 1985 besteht die Gliederung des Oberbegriffes Therapeutisches Reiten:
Hippotherapie ist eine neurophysiologische Bahnungstechnik mit Hilfe des Pferdes, speziell mit den dreidimensionalen Schwingungsimpulsen der Gangart Schritt. Auf Grund von zentralen neurologischen Störungen sind die Patienten mehr oder weniger gehfähig bis gehunfähig. Das noch bestehende Gangbild ist deutlich in Tempo, Rhythmus, Schrittlänge, Spurbreite und durch den Gebrauch von Hilfsmitteln verändert. Asymmetrien im gesamten Bewegungsverhalten sind die Folgen. Die Bewegungen des Pferderückens im Schritt bieten eben diesen gleichmäßigen Rhythmus in Verbindung mit therapeutisch nutzbaren Tempounterschieden und Gleichgewichtsanforderungen. In keiner Therapiemethode gibt es einen ähnlichen Stimulus für den Vorwärtstransport des Rumpfes. Becken, Schultergürtel, Kopf werden mit einbezogen. Über den Schlüsselpunkt Becken werden beim Patienten Rumpfaktivitäten wie Halte- und Gleichgewichtsreaktionen initiiert wie sie im normalen Gehen automatisch ablaufen. Die überaus komplexen Aktivitäten werden und das ist das Konzept der Behandlung subkortikal, also unbewußt, automatisch gebahnt und verselbständigt. Taktile Stimuli und Aufforderungen vom Therapeuten unterstützen lediglich den Vorgang. Der Schritt des Pferdes wird den Bedürfnissen des Patienten angepaßt. Ziele:
Therapeutisches Skifahren |
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