Physiotherapie

 

Physiotherapie

bei Kindern und Jugendlichen

 

 

Herzlich willkommen auf der privaten Homepage von Harald Joachim. Diese Webseite wird ständig erweitert (so solls auch sein) und enthält zahlreiche Links im Text (entsprechend markiert) zu empfehlenswerten Webseiten. Schwerpunkt dieser Seiten sollen Beschreibungen von Therapiekonzepten, Erlebnisse und Erfahrungen mit denselben, eine Menge Theorie und vor allen Dingen das zu behandelnde Kind im System >Familie//Kindergarten/Schule//Therapie//Freundeskreis< sein.

 

Durchsuche Seiten nach:
exaktem Suchbegriff
enthält Suchbegriff
HomeSearch © by meet.de

Übersicht dieser Seite:

Typische Krankheitsbilder Reflexe und Reaktionen Therapiekonzepte Bemerkungen zur Zerebralparese

 

 

Typische Krankheitsbilder


Neuromuskuläre Erkrankungen

Infantile Zerebralparese

Spina bifida

Perzeptionsstörungen

motorische Koodinationsstörungen

Down-Syndrom

Entwicklungsabweichungen

 

 

 

Neuromuskuläre Erkrankungen

Symptome:

Muskelschwäche / gesteigerte Ermüdbarkeit

Myotonie (gestörte Muskelentspannung)

Schwäche der Interkostalmuskulatur

Kardiomyopathie

Muskelschmerzen und -krämpfe

Kontrakturen

Fehlhaltungen (Kyphose, Skoliose)

Sensibilitätsstörungen

Spinale Muskelatrophien (SMA)

Übersicht SMA

Infantile spinale Muskelatrophie Typ I (Werdnig-Hoffmann)

Typ II (intermediäre Form)

Typ III juveline Form (Kugelberg-Welander)

Motoneuronerkrankungen

Hereditär(erbliche)- sensomotorische Neuropathien (HSMN) Typ I peroneale Muskelatrophie, hypertrophisch (Charcot-Marie-Tooth)

Typ II peroneale Muskelatrophie, neuronal (Charcot-Marie-Tooth)

Typ III infantile hypertrophische Neuropathie (Dejerine-Sottas-Erkrankung)

Typ IV (Morbus Refsum)

Neuropathien bei hereditären Ataxien oder Stoffwechselstörungen

Entzündliche Neuropathien Akute idiopathische Neuropathie (Guillian-Barré-Syndrom)
Störungen sensibler oder motorischer Nervenleitbahnen Myasthenia gravis (Störung a.d.mot. Endplatte)

Neonatale Myasthenie

Medikamentös induzierte Myasthenie

Botulismus

Muskeldystrophien

Links:

weitere

 

Progressive Muskeldystrophie Typ Duchenne

X-chromosomal rezessiv vererbarer Gendefekt

Häufigkeit von 1 pro 3500 männliche Neugeborenen

Strukturprotein Dystrophin (stabilisiert die Zellmembran der Muskelfasern) kann nicht synthetisiert werden und wird durch Fett-und Bindegewebe ersetzt

weiter zur Seite Duchenne

 

Muskeldystrophie Kiener-Becker

Muskeldystrophie Emery-Dreifuss

Myotone Muskelerkrankungen  

Myotone Dystrophie Curschmann-Steinert

Myotonia congenita (dominant = Thomsen rezessiv = Becker)

Myopathien  

Metabolische erbliche Myopathien (Glycogenosen, Lipidspeicherkrankheiten, mitochondrale Myopathien)

Endokrine Myopathien

Entzündliche Myopathien (infektiös oder durch Autoimmunerkrankungen)

Toxische Myopathien

Link zum Thema

Link zur DGM: Duchenne Dystrophie

 

Typ...................... ( nach Jerusalem Muskelerkrankungen, Klinik und Therapie, Thiemeverlag 1991)

Geschlecht

Alter bei Beginn

Lebenserwartung

Vorwiegende Lokalisation

Rezessiv X-chromosomale Muskeldystrophie

 

 

 

 

a)bösartiger Typ(Duchenne)

m

0-3

Etwa 20 Jahre

Beckengürtel aufsteigend zum Schultergürtel, Beginn mit Pseudohypertrophie der Waden

b)gutartiger Typ (Becker - Kiener

m

6-19

Leicht verkürzt

Beckengürtel aufsteigend zum Schultergürtel, manchmal Kardiomyopathie

c) Emery- Dreifuß

m

6-19

Oft verkürzt

Extremitäten später Schulter- Becken- und Herzbeteiligung, Kontrakturen

Autosomal rezessive kongenitale Muskeldystrophie

m,w,

ab Geburt

Verkürzt

Generalisierte Schwäche und Hypotonie

Autosomal- rezessiver Gliedergürteltyp

m, w

2-50

Verkürzt (aber sehr unterschiedlich)

Beckengürtel aufsteigend zum Schultergürtel

Autosomal- dominante fazio- skapulo- humerale Muskeldystrophie

M,w

10-20

Meistens normal

Schultergürtel, Gesicht, Oberarme und Unterschenkelmuskulatur

Autosomal- dominante oculäre Muskeldystrophie

 

 

 

 

a) oculäre Form

M,w

1-90

Meistens normal

Äußere Augenmuskeln

b)oculopharyngeale Form

M,w,

40-60

Meistens normal

Augen- und Pharynxmuskulatur

Autosomal- dominante Myopathia tarda hereditaria

M,w,

40-60

Normal

Distale Extremitätenabschnitte

Autosomal- dominante Myopathia distalis juvenilis hereditaria

M,w

5-15

Normal

Distale Extremitätenabschnitte

zurück


Infantile Zerebralparese (ICP)

Störung der sensomotorischen Funktion als Folge einer intrauterin (z.B. infektiöse Embryo/Fetopathie), perinatal (z.B. Asphyxie = Atemdepression/Stillstand infolge Herz-Kreislaufversagens) oder im Neugeborenenalter (z.B. Kernikterus) erworbener Schädigung des Zentralnervensystems.

Die ICP ist ein Symtomenkomplex aus einzelnen zu lokalisierenden Hirnschädigungen und klassifiziert sich in:

Spastik ist ein spinales Enthemmungssymptom, das durch eine Pyramidenbahnschädigung und einen Dehnungswiderstand in der betroffenen Muskulatur charakterisiert wird. Spastik wird in folgende Formen unterschieden

Spastische Diplegie
vorwiegend Befall der Beine und des Rückens. Die Ursachen sind Hypoxie in der Schwangerschaft oder pp-Asphyxie, oft in Verbindung mit Frühgeburt.
Spastische Tetraplegie
Hier sind alle Extremitäten (die oberen Körperpartien sind zumindest gleichstark oder noch stärker) betroffen. Ursachen sind Hypoxie in der Schwangerschaft, pp-Asphyxie, prä- oder perinatale Meningoenzephalitis, Fehlbildungen im Gehirn, neurometabolische Erkrankungen oder schwere Schädel-Hirn-Traumata in den ersten Lebensmonaten.
Spastische Hemiplegie
Nur eine Körperhäfte ist betroffen, die andere Seite ist unauffällig. wir unterscheiden in schwere - , mittelschwere- und leichte Form. Die Grenzen zwischen stark seitenbetonter Diplegie und einer Hemiplegie sind allerdings fließend. Die Ursachen sind überwiegend pränatal. Verschluß, Fehlbildung oder Hypoxie im Bereich kleiner Gefäße. Die typische Ausprägung erfolgt dann, wenn die Schädigung das ganz unreife Gehirn trifft.
Athetose
Hierbei finden häufig überschießende Bewegungen und unwillkürliche Bewegungen statt. Für den Betrachter wirken sie geschraubt, bizarr und überdehnt. Ursachen sind schwere Hypoxie oder Kernikterus (Corpus striatum, Hyperbilirubinanämie des Neugeborenen. Hier geht der Farbstoff Bilirubin bei besonders schwerer Neugeborenengelbsucht ins ZNS über und schädigt dort bestimmte Kerngebiete.)
Hypoton-ataktische Form
Man bezeichnet sie auch als zentrale Hypotonie oder Ataxie. Ursachen sind Fehlbildungen des Kleinhirns, perinatale Asphyxie, neirometabolische Grunderkrankungen.

 >Die infantile Zerebralparese und ihre Behandlung<

zurück


Spina bifida

Angeborene Spaltbildung der Wirbelsäule.

Ohne Ausstülpung des Rückenmarks: Spina bifida occulta

Mit Ausstülpung: Spina bifida aperta (cystica)

Meningozele= Vorstülpung der Hirnhäute

Myelozele = Bruchsack enthält Rückenmarksanteile

Häufig: Meningomyelozele = Ausstülpung aller Strukturen 

Klinik:

Querschnittläsion (abhängig von Segment)

Häufiger sind inkomplette Läsionen

Sehr häufig Hydrozephalus

Chiari -II - Malformation (Liquorzirkulationsstörung)

Atemstörungen, Schluckstörungen

Zunehmende Funktionseinbußen der oberen Extremitäten

Zunehmend spastische Tonuserhöhung

  • Immer Paresen der unteren Extremitäten

  • Gelenkfehlstellungen

  • Kontrakturen

  • WS: Gibbus

Der operative Verschluß sollte innerhalb von 2 Tagen erfolgen, bei Hydrozephalus zusätzlich Drainage

weiter zur Seite Spina bifida

Link zur AWMF: Spina bifida

zurück


Entwicklungsabweichungen

Abgesehen davon, daß angeborene zentrale Schädigungen zwangsläufig Entwicklungs- störungen mit sich bringen und je nach ihrer Ätiologie manifeste Behinderungen im weiteren Leben hervorrufen, sollen hier Abweichungen betrachtet werden, die in ihrer Symptomatik therapeutisch dahingehend beeinflusst werden können, daß künftige Einschränkungen minimiert werden. Hier muß zwingend ein interdisziplinärer Raum betreten werden, d.h. neurophysiologische, individualpsychologische, soziale und psychosoziale Komponenten treten in den Vordergrund. Um an dieser Stelle Missverständnissen vorzubeugen, sei hier gesagt, daß alle diese Komponenten idealerweise auch bei der Förderung schwerst/mehrfach-behinderter Kinder zu berücksichtigen sind. Als informativer Anhang soll ein Auszug aus der Klassifizierung von Krankheitbildern nach ICD-10 dienen. Die Abkürzung ICD steht für "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems"; die Ziffer 10 bezeichnet deren 10. Revision.

zur Seite Entwicklungsabweichungen


Wahrnehmungsstörungen


Motorische Koordinationsstörungen


Morbus Down

(Trisomie 21)

........weitere Links

zurück


zum Anfang


Reflexe und Reaktionen

zur Seite

 Abbildungen zu den verschiedenen Reflexen und Reaktionen

 Meilensteine der Entwicklung

Zurück nach oben



Therapiekonzepte

 

Übersicht

Bobath-Konzept

Vojta-Konzept

PNF

Psychomotorik

Sensorische Integration

systemischer Ansatzs

Castillo-Morales

Petö-Konzept

McMillan

Hippotherapie

Hilfsmittelversorgung

 

   

Zurück zum Anfang



10 Bemerkungen zur Zerebralparese

Die komplexe Theorie und Therapie des Bobath-Konzepts und seiner neurophysiologischen Grundlagen sei abschließend noch einmal in einfache, kurze Merksätze gefaßt.

1. Spastizität

CP bedeutet nicht "spastische Muskeln", sondern Muskelhypertonus (oder -hypotonus)aufgrund einer zerebralen Fehlregulation.

2.Tonussenkung

Reflexhemmende Ausgangsstellungen sollen einen gesteigerten Muskeltonus senken.

3. Auslösung tonischer Reflexe

An einigen wenigen Körperpunkten sind beim zerebralparetischen Kind besonders leicht Tonuserhöhungen (tonische Reflexaktivität) auszulösen. Eine Berührung dieser Areale (vor allem Fußballen, Nacken sowie Lippen und perioraler Bereich) sollte daher beim Umgang mit dem Kind nach Möglichkeit vermieden werden.

4. Tonussteigerung

Tonussteigemde Maßnahmen können einen zu niedrigen Muskeltonus anheben - generell oder einzelne Muskelpartien betreffend (Tapping, Druck, Ko-Kontraktion).

5. Schlüsselpunkte

Die Schlüsselpunkte (Kontrollpunkte) der Therapie liegen proximal, die Spastizität tritt am deutlichsten distal in Erscheinung: Therapie manipuliert also proximal, der Therapieeffekt hingegen ist in anderen (distalen) Körperregionen zu erwarten. Diese Tatsache ist für Eltern nicht leicht verständlich und sollte immer erläutert werden.

6. Fazilitation

Die Fazilitation von Schlüsselpunkten aus stellt ein dynamisches Konzept dar, das gleichzeitig die behindernden tonischen Reflexe hemmt und Bewegungen physiologisch richtig anbahnt.

7. Primäre/ Pathologische Bewegungsmuster

Primäre Bewegungsmuster (früher als "primitive Muster" bezeichnet) bedeuten statomotorische Retardierung,eine deutliche Entwicklungsverzögerung gegenüber der Altersnorm (z.B. 10 Monate altes Kind bewegt sich wie ein 2 Monate altes).

Als pathologische Bewegungsmuster werden solche außerhalb physiologischer Entwicklungsmuster bezeichnet (z.B. 10 Monate altes Kind weist ein Streckmuster der unteren Extremitäten auf, das zu keinem physiologischen Entwicklungsschritt paßt und norrnalerweise in keinem Lebensalter vorkommt).

Primäre Muster (also die Entwicklungsverzögerung) können allerdings durchaus Vorläufer einer CP sein; eine deutliche Entwicklungsverzögerung im statomotorischen Bereich kann eine CP ankündigen.

Daher Vorsicht mit der Diagnose "Spätentwickler".

8. Therapieplan

Das Bobath-Konzept hält sich in seinem Therapieplan an die physiologische Reihenfolge, in der das Kind normalerweise statomotorische Leistungen erlernt. Daher ist etwa die Fazilitation des Gehens unsinnig, solange das Stadium des freien Sitzens noch nicht erreicht wurde.

9. Entwicklungsförderung

Das Bobath-Konzept ermöglicht aufgrund seiner neurophysiologischen Basis auch die Förderung statomotorischer Leistungen bei reiner Entwicklungsverzögerung. So können etwa bei stark hypotonen Kindern ("floppy infant") ) oder bei Säuglingen nach langen schweren Erkrankungen Entwicklungsstufen in der Therapie nachvollzogen bzw. erarbeitet werden. Diese therapeutische Förderung führt oft zu erstaunlichem Aufholen der verzögerten Entwicklung des Kindes.

10.Handling

Als Handling wird die Handhabung des zerebralparetischen Säuglings bezeichnet, die beim Füttern, Tragen, Baden, Wickeln, Umdrehen, Aufsetzen, An- und Ausziehen etc. Techniken anwendet, die aus dem Bobath-Konzept entwickelt wurden.

Quelle: Michael Millner, Unikinderklinik Graz

Zurück nach oben


  Kontaktinformation

E-Mail-Adresse
webmaster@physiopaed.de

Web-Adresse
http://www.physiopaed.de

Fax-Nummer
(069) 603 22 27


Index

Bobath

Vojta

Sensorische Integration

Meilensteine

Befund

Entwicklung

Reflexe(pics)

infantile CP

Nervensystem

Anatomie per. NS

Hirnschnitte

Anatomie Bewegungsapparat

periphere Nerven

periphere Läsionen

Grafiken ZNS

Gehirn - Grafiken

Gesamtverzeichnis

 

Zum Forum für Kinderphysiotherapie

 

und schliesslich gibts noch ein

                                

 


: 09. April 2005.